Wir freuen uns, unser Interview mit Tom Bueschemann, CEO von Platoon Global Communications, zu teilen. Tom leitete die Konzeption und Produktion der Veranstaltung „Garden of Unity“ zum 30-jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung in der deutschen Botschaft in Seoul, Südkorea. Dort wurde am 17. Oktober 2020 unser Symphony of Now als hybrides Format uraufgeführt. 

Symphony of Now – Hybrid Experience with Alex.Do wurde als Teil einer Reihe rund um Einheit und Gemeinschaft gezeigt — das diesjährige Veranstalltungsthema. Die Veranstaltung ermöglichte es Menschen aus dem Netzwerk der Botschaft, sich nach langer Zeit endlich wieder zu begegnen. 

Die Feierlichkeiten der Botschaft können als Beispiel dafür betrachtet werden, wie eine sichere Großveranstaltung in Zeiten von Corona aussehen kann. Das Gespräch mit Tom war für uns sehr wichtig, da wir momentan verschiedene hybride Formate — wie Symphony of Now — testen, um alternative Veranstaltungsmodelle zu entwickeln. 

Hybrides Event auf Dachterasse in Seoul

© Platoon Global Communications

battleROYAL: Was war das Konzept hinter der diesjährige Veranstaltung an der deutschen Botschaft in Seoul und wie passte Symphony of Now dazu?

Tom: Ich werde die Hintergrundgeschichte erzählen um das klarer zu machen. Letztes Jahr war das Motto unserer Veranstaltung zum Jahrestag des Mauerfalls: „Creative Energy United“. Die Philosophie hinter diesem Konzept war: Die wirkliche Wiedervereinigung fand auf den Tanzflächen statt. 1989 war die erste Loveparade. Im Allgemeinen war Berlin zu dieser Zeit voller Techno, an jeder Ecke wurden illegale Clubs eröffnet. Es wurde eine erstaunliche kreative Energie freigesetzt. Deshalb haben wir für die Botschaft Veranstaltung 2019 old school DJs eingeladen, eine Ausstellung über Clubkultur gemacht und Filme wie „Sound of Berlin“ gezeigt.

battleROYAL: Und dieses Jahr?

Dieses Jahr sollte der zweite Teil dieser Serie sein, aber es war klar: Die Clubs sind jetzt geschlossen, also mussten wir uns eine andere Referenz suchen. Wir haben uns entschlossen, auf Filme und Videos umzusteigen, die allgemeiner um das Konzept von „Einheit und Gemeinschaft“ tanzen. Während der dreitägigen Veranstaltung zeigten wir alle möglichen Filmen und Symphony of Now als hybrides Format passte natürlich total gut. 

battleROYAL: Was war das genaue technische Setup?

Tom: Wir hatten sechs riesige LED-Wände auf einem 1000 Quadratmeter großen Dach mitten in Seoul installiert, weil für einen Show-Teil dieses Setup erforderlich war. Symphony of Now wurde oft auf dem mittleren Bildschirm gezeigt, welcher neun Meter breit und drei Meter hoch war.

Hybrides Event auf Dachterasse in Seoul

© Platoon Global Communications

battleROYAL: Hat es den Leuten gefallen?

Tom: Auf jeden Fall. Mit Alex.Do schien es auch oft, als sei ein DJ vor Ort. Wir haben Symphony of Now oft am Ende des Abends gezeigt. Die Leute hatten ihre Kopfhörer an, um den Lärm in der Wohngegend zu begrenzen, was den Raum zu einer Art Silent Disco machte. Und Symphony of Now ist einfach sehr gut produziert: großartige Bilder.

battleROYAL: Wer waren die Gäste?

Tom: Zur Eröffnung waren Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik sowie der neue Botschafter eingeladen. Danach konnte jeder, der sich registriert hatte, teilnehmen. Es war großartig für die Menschen, endlich wieder eine Party zu feiern, in einer sicheren Umgebung zu sprechen und Kontakte zu knüpfen.

Hybrides Event auf Dachterasse in Seoul

© Platoon Global Communications

battleROYAL: Wie haben Sie gewährleistet, dass es sicher blieb?

Tom: Es war ein riesiger Raum und man konnte immer genug Distanz halten. Alles lief berührungslos ab. Die Leute bekamen weiße Handschuhe für die Brüstung, alles wurde für sie geöffnet, Essen wurde ihnen ausgegeben. Sie mussten nichts anfassen. Und es sieht so aus, als hätte es gut funktioniert, denn es gibt keinen Corona-Fall, der auf unsere Veranstaltung zurückzuführen wäre.

battleROYAL: Gab es andere Maßnahmen, z. B. um Teilnehmer zu registrieren?

Tom: Ja, wir hatten auch eine zusätzliche App mit einem QR-Code für die Registrierung programmiert. Wir haben dann die Leute gebeten, sich im Voraus mit diesem Code zu registrieren. Am Eingang wurde bei allen Besuchern die Temperatur gemessen. Alle Daten wurden natürlich auch vorher bei der Online-Registrierung gesammelt, so dass wir im Falle eines Corona-Clusters, alle Gäste sofort mit Informationen hätten versorgen können.

battleROYAL: Wie viele Personen durften gleichzeitig auf die Veranstaltungsfläche?

Tom: Es gab hundert Durchgänge pro Tag, aber es waren immer nur hundert Leute gleichzeitig auf dem Dach. Nicht viele. Normalerweise kommen 1000 bis 2000 Menschen und feiern die Wiedervereinigung. Es ist ein Highlight für die Botschaft in jedem Land, auch hier in Seoul. Unser Event war jedoch so gut wie die einzige Feier auf der Welt, die das Außenministerium genehmigte.

battleROYAL: Und warum?

Tom: Weil die Corona-Zahlen in Korea und Seoul relativ niedrig sind. Wir haben heute 50 neue Fälle in ganz Korea. Die Regierung hat eine Empfehlung herausgegeben, dass sich bis zu hundert Personen im Freien versammeln können, 50 Personen in Innenräumen. Und wir haben uns strikt an diese Vorschriften gehalten.

battleROYAL: Was haben Sie insgesamt aus der Inszenierung von Symphony of Now in Seoul gelernt?

Tom: Bei der Veranstaltung in Seoul haben wir gelernt, dass eine Veranstaltung berührungslos im Freien stattfinden und sicher sein kann. Es war ein großartiger Test dafür wie wir uns in Zukunft begegnen können

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